G R O ß E  A N F R A G E

Hamburg, den 19.03.1998 

Betr.:  Situation der Kindergartenplätze im Bezirksamtsbereich 

Jedes Kind im Alter von drei und sechs Jahren hat einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Vielfach wird das Angebot an Kindergarten- und Hortplätzen jedoch als nicht ausreichend bemängelt. Insbesondere werden zuwenig Plätze an den Tagesrandzeiten und zuwenig Ganztagsplätze angeboten. Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt so für viele Frauen (insbesondere Alleinstehende) unerreicht. Dazu entsteht angesichts von Überhängen in einigen Stadtteilen und Unterdeckung in anderen, vermehrt der Eindruck, daß eine konzeptionelle Planung durch das Amt für Jugend nur noch sehr bedingt erfolgt.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter:

 

1. Wie viele Kindergartenplätze gibt es im Bezirksamtsbereich (Stand 01.01.1998,bitte aufschlüsseln nach staatlichen, kirchlichen und privaten Einrichtungen sowie nach Krippen-, Elementar- und Hortplätzen)?

2. Gibt es im Bezirksamtsbereich Betriebskindergärten?

a) Wenn ja, wo, mit wie vielen Plätzen und mit welcher staatlichen Unterstützung für die Familien und/ oder das Unternehmen?

b) Besuchen diese Betriebskindergärten auch Kinder von Betriebsfremden?  Wenn ja, in welchem Umfang?

c) Wenn nein, warum nicht?

d) Gibt es Anfragen von Unternehmen, die einen Betriebskindergarten einrichten möchten?  Wenn ja, von welchen Unternehmen?

e) Wie kann die Verwaltung derartige Vorhaben unterstützen?

f) Ist die (weitere) Einrichtung von Betriebskindergärten im Bezirksamtsbereich geplant? - Wenn ja, wo mit wie vielen Plätzen und welcher staatlichen Unterstützung?

- Wenn nein, warum nicht?

3. Wie viele Kindergärten haben einen integrativen Bereich, so daß behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen betreut werden?

a) Wie ist die Veränderung in den letzten fünf Jahren bezüglich der Platzanzahl?

b) Sind in naher Zukunft Veränderungen geplant?

          - Wenn ja, welche?

          - Wenn nein, warum ist eine Ausweitung dieses Angebots nicht geplant?

c) Wie hoch ist die Nachfrage nach solchen Kindergartenplätzen von einerseits Eltern nichtbehinderter Kinder und andererseits Eltern behinderter Kinder?

4. Ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz im Bezirksamtsbereich erfüllt?

a) Wenn ja, seit wann?

- Wo gibt es evtl. Überkapazitäten?

(Aufschlüsselung nach Stadtteilen und Altersgruppen)

          - Welche Zeiten der Betreuung umfaßt das Angebot zur Erfüllung des Rechtsanspruchs im Bezirksamtsbereich?

b) Wenn nein, wo nicht und aus welchen Gründen?

5. Gibt es für den Bezirksamtsbereich Untersuchungen, welche Arten von Angeboten von den Familien tatsächlich gewünscht werden?

a) Wenn ja, wie sehen diese aus?

b) Wenn nein, warum nicht und ist eine solche Untersuchung geplant?

6. In der Bürgerschaftsdrucksache 15/ 4151 wurde in Aussicht gestellt, zur weiteren Ausgestaltung der Angebote mit Hilfe kleinräumiger Untersuchungen die voraussichtliche Nachfrage in Abhängigkeit der Lebensbedingungen der Familien abzuschätzen und die Angebote flexibel auf die Bedürfnisse der Nachfragenden auszurichten.  Bei dieser Analyse sollten die Gremien und Institutionen der Bezirke beteiligt werden.

Haben derartige regionale Untersuchungen im Bezirksamtsbereich stattgefunden?

a) Wenn ja, für welche Stadtteile wann und mit welchen Ergebnissen?

- Welche bezirklichen Gremien und Institutionen waren daran in welcher Form beteiligt?

b) Wenn nein, warum nicht?

c) Ist eine solche (oder evtl. weitere) Untersuchung in der nächsten Zeit geplante

- Wenn ja, wann und in welchen Stadtteilen?

- Wenn nein, warum nicht?

7. Hat es entsprechend der  Überlegung aus der Bürgerschaftsdrucksache 151/4151 eine Veränderung der Stundenzahlen der Ganztagesplätze für 8 bis 12 stündige Angebote auf 6 bis 7 stündige Angebote und einer Erhöhung der 4 bis fünf ständigen Angebote gegeben?

a) Wenn ja, in welchem Umfang und für welche Bereiche?  Und wie sehen inzwischen die Anfangs- und Endzeiten aus?

b) Wenn nein, warum nicht?

8. Gibt es inzwischen eine Vernetzung der Kindertagesbetreuung mit anderen Angeboten unter Berücksichtigung von Selbsthilfeaktivitäten, um den Bedürfnissen nach einer wohnortnahen, überschaubaren, außerhalb der klassischen Betreuungszeiten liegenden und flexiblen Kinderbetreuung gerecht zu werden?

a) Wenn ja, wo und in welchem Umfang?

b) Wenn nein, warum nicht?

9. Gibt es Planungen, den derzeitigen Bestand an Kindergartenplätzen zu verändern?

a) Wenn ja, wie sehen diese Planungen aus, d.h. wo und in welchem Zeitraum sollen wie viele Plätze entstehen oder abgebaut werden?

b) Wenn nein, warum nicht?

10.  Wie viele behördlich anerkannte Tagesmütter sind im Bezirksamtsbereich für wieviele Kinder tätig?

a) Wie groß ist im Vergleich zum tatsächlichen Angebot die Nachfrage nach Plätzen bei behördlichen anerkannten Tagesmüttem?

b) Gibt es Untersuchungen, von wem die Tagesmütter nachgefragt werden (Alleinerziehende, Familien mit zwei berufstätigen Elternteilen, etc.)?

- Wenn ja, wie sehen diese aus?

- Wenn nein, warum nicht?

c) Wie sieht die Entwicklung der Anzahl und Stundenzahl der behördlich anerkannten Tagesmütter in den letzten fünf Jahren aus?

d) Wie stellen sich die Planungen für die Zukunft dar?

e) Welche Ausbildung oder Qualifikation muß eine behördlich anerkannte Tagesmutter nachweisen?

11. Welche Auswirkungen hatte und hat die Einführung der sog. vollen Halbtagsgrundschule auf die Situation der Kindergartenplätze im Bezirksamtsbereich?

12. Welche Gebühren werden für die verschiedenen Einrichtungen und Betreuungsformen erhoben? 

Kai Voet van Vormizeele                                                                               Petra Wilske
Fraktionsvorsitzender