G R O ß E  A N F R A G E

 Hamburg, den 18.02.1998 

Betr.:  Jugendwohnungen im Bezirksamtsbereich

 

Seit Ende der 70er Jahre werden in Hamburg als Hilfen zur Erziehung Alternativen zur Heimunterbringung praktiziert. So gibt es. u.a. Jugendliche, die in betreuten Wohngruppen oder aber sogar alleine leben. Zudem soll nach dem Bürgerschafts-Koalitionspapier von SPD und GAL geprüft werden, „ob Jugendwohnungen als bezirkliche Krisenwohnungen für Frauen mit Kindern, die keine anderen Möglichkeiten bei Freunden oder Verwandten finden, für eine erste Aufnahme genutzt werden können“.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter:

 

1. Wie viele Außenwohngruppen, Lebensgemeinschaften, Wohngruppen, Kinderhäuser, Jugendwohnungen, bezirkliche Jugend- und Krisenwohnungen, Wohnungen, die allein von einem Jugendlichen bewohnt werden, und andere vom Jugend- oder Sozialamt geförderten Wohnformen für Jugendliche stehen im Bezirksamtsbereich zur Zeit im Rahmen der Hilfen zur Erziehung zur Verfügung (bitte aufschlüsseln auch nach Landesbetrieb und nach freien Trägern)?

 

2. Wie viele Jugendliche leben im Bezirksamtsbereich in diesen geförderten Wohnformen?

 

3. Wie stellt sich die Entwicklung der letzten  fünf Jahre bezüglich Wohnformen, Anzahl der Wohnungen und der Jugendlichen dar?

 

4. Wo befinden sich diese Wohnungen?

 

5. Aufgrund welcher Vorschriften werden die Jugendlichen den einzelnen Wohnformen zugeteilt?

 

6. Nach welchen Kriterien werden die Plätze in den Wohnungen vergeben?

 7.  Welche Altersstruktur haben die Jugendlichen in den einzelnen Wohnformen und wie hoch ist der Anteil von Jungen bzw. Mädchen in den Maßnahmen?

 

8. Unter welchen Voraussetzungen erhalten auch Jugendliche unter 16 Jahren einen Platz in einer Jugendwohnungen?

 

9. Wie viele unter 16-jährige Jugendliche leben in Jugendwohnungen im Bezirksamtsbereich?

 

10. Wie hoch ist der Grad der Auslastung der Jugendwohnungen im Bezirksamtsbereich

(bitte für die letzten fünf Jahre darstellen)?

a) Wenn nicht zu 100% ausgelastet, warum nicht?

Ist eine Erhöhung der Auslastung angestrebt und wie soll diese erreicht werden?

b) Wenn ausgelastet, ist die Einrichtung weiterer Jugendwohnungen geplant?

Wenn ja, wo, in welcher Platzanzahl und in welchem Zeitraum?

Wenn nein, warum nicht?

c) Wie stellt sich die Verwaltung des Bezirksamtes zu der zitierten Aussage des

Koalitionspapiers des Senats?

 

11. Gibt es bestimmte Anforderungen an die Wohnungsausstattung und die Betreuung der Jugendlichen?

Wenn ja, welche?

      

12. Wie werden Wohnungen für die Unterbringung gefunden?

 

13. Werden die anderen Mieter und Nachbarn, bevor ein betreuter Jugendlicher in eine Wohnung zieht, informiert?

a)      Wenn ja, in welcher Form?

b)      Wenn nein, warum nicht?

 

14. Welche Kosten entstehen pro Monat pro Jugendlicher in einer Jugendwohnung (bitte nach einzelnen Wohnformen einschließlich der Betreuungskosten aufschlüsseln)?

 

15. Wie viele Betreuer für Jugendliche sind im Bezirksamtsbereich tätig?

 

16. Wie viele Jugendliche betreut ein Betreuer bzw. wie viele Betreuer sind für eine Jugendwohnung zuständig (bitte ebenfalls nach Arten der Wohnungen trennen)?

 

17. Welchen zeitlichen Umfang umfaßt die Betreuung der Jugendlichen in den Wohnungen?

 

18. Welche Ziele werden mit der Betreuung verfolgt?

 

19. Werden diese Ziele nach Einschätzung des Bezirksamtes erreicht?

Wenn nein, warum nicht?

 

 

 

Kai Voet van Vormizeele                                                                          Petra Wilske
Fraktionsvorsitzender