G R O ß E   A N F R A G E

 Hamburg, den 19.11.1998

Betr.:  Hilfsmaßnahmen für auffällig gewordene Kinder und Jugendliche in Hamburg-Nord

 

Im Jahre 1997 wurde das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsens (KFN) von der Freien und Hansestadt Hamburg damit beauftragt, ein Gutachten zur Entwicklung der Jugenddelinquenz und der jugendstrafrechtlichen Praxis der Stadt Hamburg zu verfassen.

 

Dieses, als „Pfeiffer-Studie“ bekannt gewordene Gutachten, nennt als eines der vordringlichsten Ziele kommunaler Bemühungen, die Rahmenbedingungen für die Sozialisation gefährdeter Kinder und Jugendlicher zu optimieren und so zu versuchen, durch gezielte Maßnahmen ihre Chancen für eine gesellschaftliche Integration zu verbessern.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter: 

1. a)  Welche Hilfsmaßnahmen und sozialtherapeutischen Maßnahmen stehen auffällig gewordenen Jugendlichen in Hamburg-Nord zur Verfügung?

a) Welche Maßnahmen gibt es speziell für auffällig gewordene Kinder?

 

2. Werden bei den Hilfsmaßnahmen Erfahrungen und Modelle anderer Städte berücksichtigt?

 

3. In welcher Form wurde das 1992 vom Bundesjugendministerium finanzierte Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt im Bezirk aufgenommen und die Jugendarbeit in diesem Sinne weiter entwickelt bzw. ergänzt?

 

4. a) Wer ist jeweils Träger der einzelnen Angebote?

b) Gibt es Leistungsvereinbarungen für die Träger, um möglichst effektive Verfahren zu gewährleisten?

c) Mit welchen finanziellen Mitteln werden Träger der freien Jugendarbeit gefördert?

 

5. a) Wie viele Kinder und Jugendliche können jeweils in den einzelnen Einrichtungen betreut werden?

b) Wie viele Kinder und Jugendliche wurden jeweils in den letzten 5 Jahren tatsächlich betreut?

6. Inwieweit werden im Bezirk Nord bürgernahe Beamte zur Unterstützung des Jugendbeauftragten herangezogen? 

7. In welcher Form wurden Sportvereine zur Unterstützung präventiver Maßnahmen eingebunden: Stichwort z.B. Midnight-Basketball?

8. Am 19. Januar 1998 wurde im Cinemaxx der Film „Gemeinsam gegen Gewalt“ gezeigt.

       Wurde dieser Film auch in Schulen des Bezirks Nord gezeigt und wenn ja, in welchen? 

9. Inwieweit wird die Kultur- und Medienarbeit im Bezirk Nord auch für Präventivprogramme im Jugendbereich eingesetzt, bzw. die Arbeit in beiden Bereichen möglichst effektiv miteinander verknüpft?

       Welche Erfolge sind bereits erzielt worden? 

10. Wie hoch sind die Kosten der einzelnen Maßnahmen,  aufgeschlüsselt in Sachmittel, Personal- und Raumkosten? 

11. Inwieweit haben Gespräche bezüglich des Sponsoring von Jugendprojekten stattgefunden und sind zukünftig welche geplant? 

12. Wie beurteilt der Herr Bezirksamtsleiter die angebotenen Maßnahmen nach Art, Umfang und Qualität für ausreichend? 

 

Kai Voet van Vormizeele                                                      Christiane Harriehausen
Fraktionsvorsitzender