K L E I N E    A N F R A G E

 Hamburg, den 13.05.1998

Betr.:  Der Herr Bezirksamtsleiter und das große I

 

In einigen Drucksachen hat der Herr Bezirksamtsleiter zur Kennzeichnung des Plurals ein großes I inmitten eines Wortes verwendet (z.B. auf die Kleine Anfrage der Babg. Petra Wilske („SchulderberaterInnen“) sowie auf die Große Anfrage der GAL aus Drs. 239/97 („HilfeempfängerInnen“).

 

Hierzu frage ich den Herrn Bezirksamtsleiter:

 

1. Richtet sich der Herr Bezirksamtsleiter nach § 23 Abs. 1 HmbVwVfG, demzufolge die Amtssprache deutsch ist?

2. Teilt der Herr Bezirksamtsleiter meine Auffassung, daß die Verwendung des großen I inmitten eines Wortes, d.h. mit Ausnahme des Anfangsbuchstabens, in der deutschen Sprache nicht regelgerecht ist?

Wenn nein, warum nicht?

3. Ist dem Herrn Bezirksamtsleiter bekannt, daß laut einem  Senatsbeschluß vom September 1996 das große I inmitten eines Wortes von der Verwaltung nicht mehr verwendet werden darf?

Wenn nein, warum nicht?

Wenn ja, aus welchen Gründen sieht der Herr Bezirksamtsleiter keine Verbindlichkeit dieses Beschlusses für sich selbst?

4. Wird der Herr Bezirksamtsleiter zukünftig auf die Verwendung des großen I inmitten eines Wortes verzichten?

Wenn nein,

a) Woraus leitet der Herr Bezirksamtsleiter seine Kompetenz ab, sich über Regeln der deutschen Sprache hinwegzusetzen?

b) Gedenkt der Herr Bezirksamtsleiter, sich zukünftig als „BezirksamtsleiterIn“ zu bezeichnen?

 

 

Jens Wolf
Bezirksabgeordneter