E I L -A N T R A G

Hamburg, den 08.12.1999 

Betr.:  Einrichtung eines Informations-Netzwerks Dekubitus 

Vor etwa einem Jahr hat eine Studie   des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Hamburg das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die zahlreichen Fälle von verstorbenen Pflegepatienten gelenkt, die wundgelegene offene Hautstellen und Druckgeschwüre, mithin Symptome des sogenannten Dekubitus, aufwiesen. Einzelfälle, aus denen Konsequenzen in den einzelnen Heimen oder für die Tätigkeit der bezirklichen Heimaufsicht abgeleitet werden könnten, werden weder vom Hamburger Krematorium noch vom Institut für Rechtsmedizin an die bezirklichen Stellen weitergeleitet. Um spürbare Verbesserungen der Lage der Pflegepatienten zu erreichen, sind bessere Informationen und abgestimmtes Handeln zwischen zentralen und bezirklichen Stellen auf der einen und den Pflegeheimen auf der anderen Seite erforderlich. 

Die CDU-Fraktion beantragt,
die Bezirksversammlung möge beschließen:
 

Der Herr Bezirksamtsleiter wird gebeten: 

1. das Hamburger Krematorium der Hamburger Friedhöfe AöR, Friedhof Öjendorf zu bitten, die Berichte über die nach Bestattungsgesetz vorgeschriebenen Untersuchungen von Verstorbenen durch Ärzte des Instituts für Rechtsmedizin an die bezirkliche Heimaufsicht weiterzuleiten, wenn die untersuchten Toten in Pflegeheimen aus Hamburg-Nord verstorben sind und Dekubitus-Symptome aufgewiesen haben, 

2. die in Hamburg-Nord ansässigen Pflegeheime zu bitten, Dekubitus-Beauftragte zu benennen, die Aufzeichnungen über Herkunft, Dauer und Behandlung der Dekubitus-Fälle führen und an die Heimaufsicht weiterzuleiten, 

3. der zukünftig in Hamburg-Nord einzurichtenden Pflegekonferenz durch die Heimaufsicht in regelmäßigen Abständen über die Auswertung der eingegangenen Informationen über Dekubitus-Fälle berichten zu lassen, damit dort Ideen zur Abhilfe entwickelt, Beratungen konzipiert und Entscheidungen über geeignete Instrumentarien und Hilfsmittel getroffen werden können.

 

Kai Voet van Vormizeele                                                             Jens Wolf
Fraktionsvorsitzender