A N T R A G

 Hamburg, den 16.02.1999

Betr.:  “Mittelweg” im Raakmoor 

Die Natur direkt zu erleben gehört gerade in einer Großstadt zu einem besonderen Gut. In vielen Stadtteilen in den Bezirken Hamburg-Nord und –Wandsbek besteht diese Möglichkeit kaum oder gar nicht. Die Bürgerinnen und Bürger aus Langenhorn und Hummelsbüttel sind dankbar, daß sie mit dem Raakmoor dieses in Hamburg nicht selbstverständliche Erlebnis erfahren können. Von ganz besonderer Bedeutung ist hierbei der sogenannte “Mittelweg”. Viel intensiver als bei den übrigen Wegen oder den Aussichtsmöglichkeiten ist hier der unmittelbare Kontakt mit der Tier- und Pflanzenwelt des Moores möglich. Insbesondere den Kindern sollte die “Berührung” mit der Natur auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Dennoch geht gerade von diesem Weg eine Gefährdung für das Moor aus, da er u.a. dieses in zwei Hälften teilt, es zu Trittschäden durch die Besucher und schädlichen Nährstoffeintrag durch mitgeführte Hunde kommt.

Der vorgelegte Entwurf des neuen Pflege- und Entwicklungsplanes für das Naturschutzgebiet Raakmoor berücksichtigt weder die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger (da er eine langfristige Schließung des Weges vorsieht) noch die der Natur (da er eine Entlastung des Moores erst mit der Schließung des Weges einplant). Der ehemalige SPD-Umweltsenator Vahrenholt (“Umweltschutz gegen den Willen des Volkes ist unmöglich!”) hat deshalb vorgeschlagen, den “Mittelweg” durch zwei Teilstücke (je 20 m) Bohlenweg für Fahrradfahrer und Hundebesitzer unattraktiver zu machen. Diesen Vorschlag greift die CDU-Fraktion im Ausschuß für Umwelt, Grünanlagen und Verkehr im Bezirk Hamburg-Nord auf. 

Vor diesem Hintergrund beantragt die CDU-Fraktion,
der Ausschuß möge beschließen:
 

Der Ausschuß für Umwelt, Grünanlagen und Verkehr nimmt den Entwurf des Pflege- und Entwicklungskonzeptes für das Raakmoor zustimmend zur Kenntnis unter der Voraussetzung, daß der Mittelweg im Bereich der Moorfläche einmalig in Form eines aufgeständerten “Knüppeldammes” hergerichtet wird.

Um die Erstellungskosten niedrig zu halten, ist für den Bau das vor Ort anfallende Fällholz zu verwenden. Die Durchführung der Arbeiten sollte unter Einbeziehung von ABM-Kräften erfolgen. Im Raakmoor tätige Verbände werden gebeten, an der Umsetzung des Vorhabens mitzuwirken. Der Bezirk Hamburg-Wandsbek sowie die Umweltbehörde werden aufgefordert, sich an der Finanzierung des Projektes zu beteiligen. 

Falls dieser Antrag nicht die erforderliche Mehrheit im Ausschuß erhalten sollte, beantragt die CDU-Fraktion , der Ausschuß für Umwelt, Grünanlagen und Verkehr möge beschließen: 

Der Ausschuß für Umwelt, Grünanlagen und Verkehr nimmt den Entwurf des Pflege- und Entwicklungskonzeptes für das Raakmoor zustimmend zur Kenntnis unter der Voraussetzung, daß die im Pflege- und Entwicklungsplan für das Raakmoor enthaltene Erhaltungszusicherung des Mittelweges ergänzt wird um die Aussage, daß dieser für diesen Zeitraum auch begehbar gehalten wird. Durch Wasserdurchläufe im Weg wird eine weitestgehende Vernetzung der beiden Moorteile sichergestellt.

Die Angabe, daß der Mittelweg langfristig verschwinden soll, wird gestrichen, da diese Maßnahme für die Dauer des jetzigen Pflege- und Entwicklungsplanes ohne Bedeutung ist und einen Vorgriff auf den nächsten Pflege- und Entwicklungsplan darstellt. 

 

Clemens Nieting