A N F R A G E

 Hamburg, den 22.06.1999 

Betr.:  Drogenpolitik in Hamburg-Nord

 

Hamburg ist nach wie vor eine der Hochburgen im Bereich illegaler Drogen. 

Der Senat geht in dem jetzt vorliegenden aktuellen Suchtbericht von ca. 8.000 gewohnheitsmäßigen Konsumenten  und Abhängigen harter Drogen in Hamburg aus, andere Quellen unterstellen einen Personenkreis von ca. 10.000 Personen.Als harte Drogen werden in dem Bericht vor allem Heroin und Kokain genannt. Nicht einbezogen sind die fast 40.000 Personen, die nach Schätzungen des Senats in den letzten 12 Monaten Ecstasy eingenommen haben. Ebenfalls nicht einbezogen sind die weiteren illegalen und legalen Drogen. 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung: 

1. Wie viele Konsumenten harter Drogen sind im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord registriert (bitte aufschlüsseln in Heroin-, Kokain- und Ecstasykonsumenten, sollten keine genauen Zahlen vorliegen, wird um Schätzung gebeten)? 

2. Wie viele Todesfälle sind in den Jahren 1997, 1998 und 1999 im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord auf den Konsum o.a. harter Drogen zurückzuführen (bitte aufschlüsseln in Heroin-, Kokain- und Ecstasykonsumenten, sollten keine genauen Zahlen vorliegen, wird um Schätzung gebeten)? 

3. Wie viele Todesfälle sind in den Jahren 1997, 1998 und 1999 im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord auf den Konsum von Methadon zurückzuführen?

3.1. Wie viele der Toten wurden im Rahmen des Methadonprogrammes substituiert?

3.2. Wie viele Todesfälle wurden nicht im Rahmen des Methadonprogrammes substituiert?

3.3. Wie viele der Todesfälle sind auf den Konsum von Methadon und dem Beikonsum illegaler Drogen zurückzuführen?

3.4.  Wie viele Todesfälle sind auf die irrtümliche Einnahme von Methadon zurückzuführen?

4. Wie viele Drogenberatungsstellen staatlicher Träger und Träger der freien Wohlfahrtsverbände sind im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord vorhanden?

4.1. Mit wie vielen Personalstellen sind diese Beratungsstellen ausgestattet (bitte aufschlüsseln entsprechend den einzelnen Beratungsstellen)?

4.2. Wie hoch ist der Jahresetat der einzelnen Beratungsstellen in den Jahren 1997, 1998 und 1999 ?

4.3. Wie viele Personen wurden von den Beratungsstellen in den Jahren 1997, 1998 und 1999 betreut (bitte aufschlüsseln entsprechend den einzelnen Beratungsstellen) ?

4.4. Wie viele Heroinabhängige wurden in den Jahren 1997, 1998 und 1999 im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord substituiert (bitte aufschlüsseln entsprechend den einzelnen Beratungsstellen)?

4.5. Wie viele eingegangene Anträge auf Substitution wurden in den Jahren 1997, 1998 und 1999 im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord abschlägig beschieden?

4.6. Wie lange werden Drogenbhängige zur Zeit durchschnittlich substituiert?

4.7. Wie viele Methadonsubstituierte haben in den Jahren 1997, 1998 und 1999 im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord eine ausstiegsorientierte Therapie wahrgenommen und mit dem Ergebnis der Drogenfreiheit erfolgreich beenden können?

 5. Bestehen Pläne von Seiten des Bezirksamtes Hamburg-Nord bzw. der zuständigen Fachbehörde zum Ausbau des Substitutionsprogrammes mit Methadon?

 6. Bestehen von Seiten des Bezirksamtes Hamburg-Nord Pläne zur Umsetzung des Modellversuches einer Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige/ -kranke und wenn ja, welche?

 

Rolf  Böckenholt                                                                      Jens Grapengeter