G R O ß E  A N F R A G E

Hamburg, den 09.02.1999

Betr.:  Grüne Welle

 

An vielen Hauptverkehrsstraßen sind die Ampelschaltungen leider nicht auf eine “Grüne Welle” geschaltet, d.h. mit Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit stehen die Autofahrer früher oder später wieder vor der nächsten roten Ampel. Informationen, bei welcher Geschwindigkeit eine Grüne Welle zu erreichen ist, fehlen in Hamburg völlig.

Die Umwelt leidet besonders unter den häufigen Brems- und Anfahrvorgängen der Autos, denn es werden vermeidbare Mehrverbrauche produziert. Allein bei einer Zyklusgeschwindigkeit von 50 km/h mit zwei Stops pro Kilometer verbraucht ein 40-Tonnen-Lastzug durchschnittlich 84 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern im Vergleich zu 28 Litern bei einer Fahrt ohne Halt. Hinzu kommen die lärmbedingten Immissionen durch Halten und Anfahren. Eine flüssige Abwicklung des Straßenverkehrs ist somit die beste Voraussetzung, um die verkehrsbedingte Umweltbelastung zu minimieren.

Nebeneffekt sind leider häufige Geschwindigkeitsüberschreitungen, um die nächste grüne Ampel noch zu erreichen. 

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter: 

1. Teilt die Verwaltung die Einschätzung der positiven Auswirkungen einer Grünen Welle auf den Verkehrsfluß und die Umwelt?

Wenn ja, welche Maßnahmen und Handlungen ergeben sich daraus für die Verwaltung?

Wenn nein, warum nicht?

 

2. Welche Straßenzüge sind mit ihren Ampelphasen in den letzten acht Jahren im Sinne einer Grünen Welle eingestellt worden?

 

3. Sollen Straßen bzw. Straßenzüge in den nächsten Jahren auf die Grüne Welle eingestellt werden?

Wenn ja, welche und zu welchem Zeitpunkt?

Wenn nein, warum nicht?

4. Welche Ergebnisse hatte die Prüfung eigener rechnergestützter Verkehrsprojekte zur Grünen Welle, zum Verkehrsfluß – insbesondere auch im Zusammenhang mit der Einführung eines Parkleitsystems – auf Landesebene?

 

5. Ist eine grundsätzliche Überprüfung aller Ampelschaltungen auf Bezirks- oder Landesebene im Sinne einer Grünen Welle geplant?

Wenn ja, wann und durch wen soll diese Überprüfung erfolgen?

Wenn nein, warum nicht? 

 

 

Kai Voet van Vormizeele                                                           Petra Wilske
Fraktionsvorsitzender