Große Anfrage

 Hamburg, den 05.04.2000

 

Betr.: Abbau der Jugendarbeitslosigkeit - Programme am Bedarf vorbei? 

Das „Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit“ ist trotz kritischer Beurteilungen aus der Praxis um ein weiteres Jahr verlängert worden. Berichte über hohe Abbrecherquoten und betriebsferne Lehrgänge lassen vermuten, dass Aufwand und Erfolg des Programms in einem Missverhältnis stehen könnten. 

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter, bezogen auf das Jahr 1999: 

1.

a) Wie viele junge Menschen in Hamburg-Nord, die altersmäßig unter das Sofortpro­gramm fallen würden, sind in 1999 arbeitslos gemeldet gewesen?

b) Welchen Bildungsstand haben diese Arbeitslosen (bitte jeweilige Anteile von Arbeitslo­sen ohne Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Hochschulreife, Studienabschluss, abgeschlossene Berufsausbildung)? 

2.

a) Wie viele junge Menschen hat das Arbeitsamt Hamburg-Nord im Hinblick auf das Sofortprogramm angesprochen?

b) Wie viele junge Menschen wurden vom Sozialamt auf das Programm aufmerksam gemacht worden?

c) Wie vielen der Angesprochenen konnte ein Angebot unterbreitet werden, das

aa) im Sofortprogramm angelegt ist,

bb) auf die üblichen Instrumente der Berufsberatung bzw. Arbeitsvermittlung zurückgeht? 

3.

a) Wie viele derjenigen, denen ein Angebot i.S. von Frage 2 c) gemacht worden ist, haben tatsächlich an einer Maßnahme des Sofortprogramms teilgenommen bzw. nehmen an ihr teil?

b) Wie viele derjenigen, denen ein Angebot i.S. von Frage 2 c) gemacht worden ist, haben eine Programmteilnahme abgelehnt?

 

4. Welchen Bildungsstand (bitte jeweilige Anteile von Arbeitslosen ohne Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Hochschulreife, Studienabschluss, ab­geschlossene Berufsausbildung) haben

a) ie auf das Sofortprogramm angesprochenen jungen Menschen (i.S. von Frage 2 a)?

b) die Teilnehmer an einer Maßnahme (i.S. von Frage 3 a)? 

5.

a)       Wie viele junge Menschen haben an den obligatorischen Einführungsveranstaltungen teilgenommen?

b)       In wie vielen Fällen konnte eine Anmeldung zur Teilnahme an dem dreimonatigen Trainingskurs vereinbart werden?

c)       Wie viele junge Menschen haben tatsächlich den Kurs begonnen?

d)       Wie viele Kursteilnehmer haben den Kurs wieder abgebrochen?

 

6.

a)       Welche Maßnahmen unter welchen Titeln und mit welchen Inhalten wurden durchgeführt?

b)       Welche Kooperationen mit Betrieben gab es dabei?

 

7.  Welchen Erfolg hatten die Trainingsmaßnahmen, d.h. wie viele Teilnehmer (absolut und in Prozent)

a)       haben die Maßnahme ohne aktuelle Perspektive abgebrochen,

b)       haben die Maßnahme regulär, aber ohne aktuelle Perspektive beendet,

c)       sind in schulische Maßnahmen bzw. in Fortbildung vermittelt worden,

d)       sind in außerbetriebliche Ausbildung vermittelt worden,

e)       sind in betriebliche Ausbildung vermittelt worden,

f)         sind in ein ungefördertes Arbeitsverhältnis (1. Arbeitsmarkt) vermittelt worden,

g)       sind in ein gefördertes Arbeitsverhältnis (2. Arbeitsmarkt) vermittelt worden,

h)       befanden sich zum Jahresende noch in laufenden Maßnahmen?

 

8.

a) Mit welchen Maßnahmen hat das Bezirksamt bei Arbeitgebern des 1. Arbeitsmarktes dafür geworben, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen?

b) Wie viele Ausbildungsplätze konnten dadurch zusätzlich eingeworben werden?

 

9.

a) In wie vielen Fällen, in denen Sozialhilfeempfänger eine Teilnahme an einer Maßnahme verweigert hat, wurde jeweils wie von Seiten des Sozialamtes reagiert?

b) Für wie viele junge Menschen wurde die Sozialhilfe während der Maßnahme versagt oder gekürzt?

c) Wie viele junge Menschen konnten nach Ende des Programms aus der Sozialhilfe gelöst werden und wie viele junge Menschen haben nach Ende der Maßnahme einen erneuten oder erstmals einen Antrag auf Sozialhilfe gestellt?

 

Kai Voet van Vormizeele                                                           Jens Wolf
Fraktionsvorsitzender