Kleine Anfrage-16-00

 Hamburg, den 11.04.2000

Betr.: Verwahrlosung von Wohnraum 

Der Fall einer Familie, die in ihrem Haus in Eißendorf jahrelang mit einem Toten zwischen Müll und Abfällen lebte, hat die Öffentlichkeit erneut auf das Problem der Verwahrlosung von Wohnraum aufmerksam gemacht. Derartige Zustände gefährden nicht nur Gesundheit und Sicherheit der Bewohner und der Nachbarn, sie sind auch für die Verwaltung im Hinblick auf die Schutzpflicht für Leib und Leben nicht hinzunehmen. 

Vor diesem Hintergrund frage ich den Herrn Bezirksamtsleiter: 

1.       Wie viele Fälle der Verwahrlosung, insbesondere Vermüllung, von Wohnraum in Hamburg-Nord sind der Verwaltung innerhalb der letzten zwei Jahre bekannt geworden?

2.       Wie viele Wohnungen sind geräumt worden?

3.       Wie häufig war dabei Wohnraum im sozialen- und wie häufig Wohnraum im freien Wohnungsbau betroffen?

4.       In wie vielen Fällen mussten die Mieter ihre Wohnung verlassen:
a) aufgrund von Zwangsräumung,
b) aufgrund von polizeibehördlicher Anordnung der Verwaltung,
c) aufgrund freiwilligen Auszugs nach Einwirkung durch die Mitarbeiter des Sozialamtes?

5.       In wie vielen Fällen konnten die Mieter nach der Räumung der Wohnung dort wieder einziehen?

6.       In wie vielen Fällen war der Zustand der geräumten Wohnungen bereits vor der Räumung dem Bezirksamt bekannt?

7.       Wie reagiert die Sozialabteilung des Bezirksamtes, wenn dort Fälle der Verwahrlosung von Wohnraum bekannt werden?

8.       Was wird von Seiten der Verwaltung getan, um zu verhindern, dass die betroffenen Menschen ihren Wohnraum erneut verwahrlosen lassen?

Jens Wolf