Bezirksamt Hamburg-Nord                 Den 19.07..2000 

 

A N T W O R T

 

a u f  d i e

 

K L E I N E   A N F R A G E        N r .  18/2000

 

Fragesteller: BAbg.  Petra Wilske (CDU)

 

Betr.: Anflüge und Gleitwege am Flughafen Hamburg

Zur Beantwortung der o.g. Kleinen Anfrage hat die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) wie folgt Stellung genommen: 

„Die Fragen sind sehr pauschal abgefasst, der Inhalt ist nicht fachbezogen, da zum Teil Begriffe aus der Fliegerei verwendet werden, die in diesem Zusammenhang einerseits nicht zutreffend sind, andererseits die DFS überfordern, da über die angesprochenen Vorgänge keine Statistik geführt wird.

 I.        Landesituation 

1.    Auf dem ILS-Gleitpfad wird nicht gelandet, sondern es wird ein Instrumentenanflug mit Hilfe des ILS, bestehend aus Localizer und Glidepath             durchgeführt.

       Eine Statistik darüber, wie viele Lfz´e das LFS benutzten, wird nicht geführt. 

2.    a)     Darüber gibt es keine Statistik.

       b)  Siehe a) 

3.    a)  Keine Flugzeugmaschine (Luftfahrzeug) wird nach dem OM auf den Gleitpfad (das ILS) „geschwenkt“.

            Es gibt, wie in Punkt 6. erläutert, verschiedene Anflugverfahren, wobei keines so ausgelegt ist (incl. Sichtanflug), dass nach dem OM auf den Gleitpfad geschwenkt wird.

            Der elektronische Gleitpfad ist nur Bestandteil des ILS Anfluges, für die anderen Anflugarten gibt es eine PAPI – eine visuelle Anflughilfe, die dem Piloten den Gleitwinkel anzeigt (= zu hoch – zu tief).

       b)  Da kein Fluggerät nach dem OM auf den Gleitpfad (ILS) „geschwenkt“ wird, ist kein Fluggerät davon betroffen. 

4.    Auf dem ILS Gleitpfad „stand“ kein Maschinentyp, sondern die Lfz´e bewegen sich auf dem GP.

       Eine Statistik, die sich mit dieser Problematik befasst, wird nicht geführt. 

       Ist mit dieser Frage gemeint, wie viele Lfz´e  während der Anflugphase 60% des Gleitpfades benutzten? 

       Darauf gibt es keine Antwort, weil zu klären ist, was 60% des Gleitpfades bedeuten?

       Dazu müsste man wissen, welche Länge der GP hat, 10 NM oder bis zu 40 NM?

       Die Frage lässt keine Antwort zu, da sie unverständlich ist.  

6.    Da es verschiedene Arten von Anflügen gibt (NDB, ILS (GP off), SRA, Visual APP), kann nicht sichergestellt werden, dass alle Landungen (korrekt Anflüge) mittels des ILS-Gleitpfades durchgeführt werden.

 

II.      Startsituation 

1.    Die DFS führt  über nicht eingehaltene Abflugstrecken keine Statistik (evtl. der Lärmschutz). 

2.    Da über 1. keine Statistik geführt, ist diese Frage nicht zu beantworten. 

3.    Hier ist sicherlich gemeint, warum einige Lfz´e die Abkurvpunkte überflogen, bzw, vorher abdrehten? 

       Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, wie z.B. Wetter, Verkehrslage, technischer Art, Pilotenfehler, Sicherheit usw. 

4.    In den begründeten Einzelfällen, in denen ein Abweichen von den vorgeschriebenen Anflugstrecken erfolgte, hat die DFS Nachforschungen angestellt und die Ergebnisse der zuständigen Behörde übermittelt. 

5.    Gemäß Punkt 3. kann das nicht gewährleistet werden.“ 

Die Frage 5 zu „I. Landesituation“ hat der Fluglärmschutzbeauftragte der Umweltbehörde folgenden Antwortbeitrag übermittelt. 

„Die Messstation Kortenkamp (M 7) liegt unmittelbar neben der Anfluggrundlinie der Landebahn 23, etwas mehr als 2 km von der Landebahnschwelle entfernt. Die Messstelle misst die Schallpegel, die an diesem Ort auftreten. Soweit Flugzeuge nicht auf der Anfluglinie fliegen, sind sie weiter von der Messstelle entfernt und werden mit einem entsprechend geringerem Pegel oder nicht registriert. 

Eine nennenswerte Abweichung von der Anfluggrundlinie zwei Kilometer von der Landebahnschwelle entfernt ist allerdings nur bei Kleinfliegern wahrscheinlich, deren Einfluss auf den Dauerschallpegel der Messstelle Kortenkamp von geringem Einfluss ist (sowohl von der Zahl als auch von der Schallintensität her).“ 

 

Frommann