Bezirksamt Hamburg-Nord            Den 27.04.2000

ANTWORT

auf die

Kleine Anfrage Nr. 15/00

Fragesteller: Babg. Herr Clemens Nieting

Betreff: Unterlassene Hilfeleistung eines Jugendbetreuers

Vorbemerkung:
Der in der Kleinen Anfrage geschilderte Fall beruht in seiner Aussage ausschließlich auf den nicht bewiesenen Behauptungen des Anzeigendenden und deckt sich nicht mit den Schilderungen des beschuldigten Heimleiters.
Grundlage der Kleinen Anfrage ist offensichtlich ein Zeitungsartikel aus der Langenhorner Regionalpresse vom 29.03.2000, für den zwecks Recherche seitens der Zeitung kein Kontakt zum Bezirksamt Hamburg-Nord aufgenommen worden ist. In dem handgreiflichen Streit zwischen den Jugendlichen ist von einer eindeutigen Täter/Opfer-Beziehung nicht auszugehen.

Insbesondere die Aufzählung der Verletzungen beruht auf Behauptungen des Anzeigenden und deckt sich nicht mit den Beobachtungen des Heimleiters, die dieser vom Gesundheitszustand der Jugendlichen nach der Prügelei hatte. Die Behauptung, dass der vermeintlich misshandelte Jugendlichen bestohlen worden sei, kann vom Heimleiter nicht bestätigt werden. Ein Diebstahl oder ein Raub wurde von ihm nicht beobachtet.

Dies vorausgeschickt beantwortete ich die Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1: Der anwesende Heimleiter hat mit seinen pädagogischen Mitteln deeskalierend in den Streit eingegriffen und versucht, zu schlichten. Sein Eingreifen geschah bereits innerhalb der Einrichtung und setzte sich vor der Tür fort. Trotz seiner Schlichtungsbemühungen ließen die widerstreitenden Jugendlichen nicht sofort von ihrem handgreiflichen Streit abbringen. Letztendlich gelang es den Heimleiter, unter der Mitwirkung weiterer Jugendlicher, die widerstreitenden Parteien zur Aufgabe ihrer Prügelei zu bewegen. Für ihn ergab sich  augenscheinlich kein Grund, die Polizei oder einen Unfallwagen zu verständigen, da offensichtlich schwere Verletzungen aus dem Verhalten der Jugendlichen heraus nicht erkennbar waren. Diese Handlungsweise hat sich bei der Arbeit in einer Einrichtung der offenen Jugendarbeit bewährt und ist daher nicht zu beanstanden.

Zu 2.: Da der Heimleiter die richtigen Dinge zur richtigen Zeit getan hat, sind keine personalrechtlichen Maßnahmen zu treffen.

Zu 3.: Streit und Gewalt zwischen Jugendlichen sind nie auszuschließen. Es obliegt weiterhin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit ihren pädagogischen Mitteln schlichtend auf Jugendlichen einzuwirken.

Zu 4.: Weitere Auseinandersetzungen der geschilderten Art sind nicht bekann.

Frommann