ANTRÄGE

 

Betr.: Gutachten zum Kiwittsmoorpark 

Im April letzten Jahres wurde dem Ortsausschuss Langenhorn/Fuhlsbüttel von einem Vertreter der Gartenbauabteilung des Bezirksamtes Hamburg-Nord ein "Landschaftsplanerisches und städtebauliches Gutachten Kiwittsmoor" vorgestellt. In ihm werden der gesamte Bereich des Kiwittsmoorparks einschließlich des Sommerbades Langenhorn und auch die umliegenden Bereiche wie z.B. das Einkaufszentrum Holitzberg und der U-Bahnhof Kiwittsmoor überplant.

 

Vor diesem Hintergrund bittet die CDU-Fraktion, der Ortsausschuss Langenhorn/Fuhlsbüttel möge nachfolgende Anträge beschließen.

Grundlage der Anträge sind u.a. die einstimmig gefassten Beschlüsse einer öffentlichen Veranstaltung der CDU, an der ca. 60 Bürgerinnen und Bürger aus den Anwohnergebieten des Kiwittsmoorparks aber auch weitere Vertreter  des Ortsausschusses, die nicht der CDU-Fraktion angehören, teilgenommen haben.

 

1. Spielplätze: 

Antrag 1a)

Der kleine Kinderspielplatz im Zentrum des Kiwittsmoorparks bleibt erhalten.  

Begründung: Der neue Spielplatz am Südende des Parks ist von Kindern ab ca. 3-4 Jahren sowie von Jugendlichen erfreulich gut angenommen worden. Eltern mit kleineren Kindern hingegen schätzen die Abgeschiedenheit des kleineren Spielplatzes und nutzen diesen - entgegen der Behauptung des Gutachtens - intensiv. Die Nähe der Bäume und Büsche schützt außerdem in den Sommermonaten vor zu intensiver Sonnenstrahlung.

Auch die Nähe zum Grillplatz spricht für den Erhalt des Spielplatzes. Während die Eltern sich am Grillplatz aufhalten, ist es den Kindern möglich, die Spielanlage zu nutzen, ohne sich aus dem Blickfeld der Erwachsenen zu entfernen.

Außerdem muss festgestellt werden, dass sich die Spielgeräte keineswegs, wie in dem Gutachten behauptet wird, in einem schlechten Zustand befinden.

 

Antrag 1b)

Der Bolzplatz soll entweder durch den Einbau einer Drainage wieder bespielbar gemacht oder - sofern dieses nicht möglich sein sollte - zu einer Feuchtwiese umgestaltet werden. Die Umwandlung in eine Hundewiese wird grundsätzlich abgelehnt. 

Begründung: Es ist zwar zutreffend, dass der Bolzplatz in seinem jetzigen Zustand (wegen seines feuchten Untergrundes und der mangelhaften Ausstattung) nicht angenommen wird. Da aber grundsätzlich ein Bereich zum Fußballspielen im Park wünschenswert wäre, sollte versucht werden, die Defizite zu beheben. Falls dieses nicht möglich sein sollte, würde eine Umwandlung des Bolzplatzes in eine Feuchtwiese zu einer Bereicherung der ökologischen Räume beitragen. Eine ausgewiesene Fläche für freilaufende Hunde an dieser Stelle wird aufgrund der Nähe zum Grill- und Kleinkinderspielplatz abgelehnt.

 

2. Auslichtungen: 

Antrag 2)

Auslichtungen, die zu einer Verringerung des Buschwerks im Park führen, werden nicht durchgeführt. Dieses betrifft insbesondere die Randbereiche des Parks einschließlich des Buschwerks an der Umzäunung zum Sommerbad. Bereits begonnene Maßnahmen werden unverzüglich eingestellt. Ein Austausch durch höherwertige Ersatzpflanzungen wird jedoch befürwortet.  

Begründung: Das vorhandene Buschwerk dient insbesondere den Anwohnern des Parks als Lärmschutz. Eine Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Parkbesucher wäre zwar wünschenswert, es darf jedoch bezweifelt werden, ob dieses durch das Auslichten von vorhandenen Sträuchern und Büschen erzielt werden kann. Der im Gutachten geäußerten Annahme, dass Auslichtungen an der Umzäunung des Sommerbades eine stärkere Einbindung des Naturbades im Park bedeuten würden, steht die Gefahr entgegen, dass sich Badegäste durch allzu neugierige "Zaungäste" gestört fühlen. Unter Berücksichtigung der angespannten Gesamtsituation des Sommerbades wäre ein solcher Eingriff nicht zu vertreten.

 

3. Wegeführung: 

Antrag 3a)

Die im Gutachten genannte neue Wegeführung, die das Nordende des Kiwittsmoorparks mit der Tangstedter Landstrasse verbinden soll, wird nicht gebaut.  

Begründung: Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile dieses Weges geben sowohl die Interessen der anliegenden Bewohner, die einer zusätzlichen Lärmbelastung ausgesetzt würden, als insbesondere auch die entstehende Gefährdung einer sinnvollen Nutzung der Ponywiese den Ausschlag für eine Nichtherstellung.

 Antrag 3b)

Die Wegeführung am südlichen Parkeingang von der Straße Hohe Liedt bleibt bestehen.  

Begründung: Dieser Parkzugang gehört zu den am meisten genutzten. Es wäre zu befürchten, dass im Falle einer Wegebeseitigung an dieser Stelle Trampelpfade entstehen würden. 

Antrag 3c)

Die Zuwegung zum Sommerbad wird schnellstmöglich instandgesetzt. Die Wegeverbindung zwischen dem Eingangsbereich des Sommerbades und dem eigentlichen Park wird verbessert. 

Begründung: Die jetzige Zuwegung zum Sommerbad steht meist - selbst bei besserem Wetter - unter Wasser. Es kann dem Hamburger Turnerbund, der sich mit einem großen und bewundernswerten (auch finanziellen) Engagement für den Erhalt der Anlage einsetzt, nicht zugemutet werden, auch noch die Wegeanbindung zu unterhalten. Hier steht der Bezirk als Eigentümer der Fläche in einer besonderen Verantwortung. 

Antrag 3d)

Es wird gebeten, zu überprüfen, ob die Einrichtung eines Zebrastreifens über die Straße Hohe Liedt, Höhe Eingang Sommerbad, möglich und realisierbar wäre. 

Begründung: Ein Zebrastreifen würde zur Sicherheit der meist jungen Besucher des Sommerbades, die die Straße Hohe Liedt überqueren müssen, beitragen. Die Ampelanlage an der Kreuzung Hohe Liedt/Tangstedter Landstraße wird hierfür in der Praxis nicht angenommen. 

Antrag 3e)

Die neugeplante Wegeverbindung zwischen dem U-Bahnhof Kiwittsmoor und dem Sommerbad am Bornbach entlang wird begrüßt und sollte schnellstmöglich umgesetzt werden. Die vorgesehenen Renaturierungsmaßnahmen am Bornbach sollten parallel zu den Arbeiten stattfinden. 

Begründung: Da die Verbindung in großen Teilen bereits vorhanden ist, könnte die Umsetzung mit verhältnismäßig geringem Aufwand erfolgen. Es würde sich anbieten, die Renaturierung des Bornbaches in diesem Bereich zeitgleich vorzunehmen. Einerseits würde dieses die Gesamtkosten niedrig halten. Zum anderen wäre die schnellstmögliche Renaturierung aus ökologischer Sicht unbedingt zu begrüßen. 

Antrag 3f)

Der Ortsausschuss Langenhorn/Fuhlsbüttel fordert eine intensivere Betreuung und Pflege der vorhandenen Wege im Kiwittsmoorpark. 

Begründung: Die vorhandenen Wege sind in einem meist schlechten Zustand. Gelder, die für die Anlage und/oder Verlegung von Wegen vorgesehen sind, sollten stattdessen in die Unterhaltung der bestehenden Wege investiert werden. 

4. U-Bahnhof Kiwittsmoor und P&R-Fläche 

Antrag 4a)

Die Überplanung des Geländes des U-Bahnhofes wird begrüßt. Der Ortsausschuss Langenhorn/Fuhlsbüttel geht davon aus, dass ihm alle jetzigen und auch zukünftig angedachten Veränderungen rechtzeitig vor einer vorgesehenen Realisierung vorgestellt werden und er an der Umsetzung hinreichend beteiligt wird. 

Begründung: Der jetzige Zustand des U-Bahnhofes ist äußerst miserabel und offenbart zahlreiche Defizite. Im Gutachten finden sich jedoch auch falsche Angaben zur Anlage (Art und Umfang der Geschäfte). Die genannten Veränderungen können zwar eine Grundlage für weitere Diskussionen sein. Aber auch an dieser Stelle darf bezweifelt werden, dass das Gutachten für alle Probleme die richtigen Lösungen aufzeigt. Eine intensivere Einbindung besonders der Geschäftsleute in die weiteren Planungen ist unbedingt erforderlich. 

Antrag 4b)

Die Verkleinerung der P&R-Fläche und alternative Errichtung eines P&R-Hauses wird abgelehnt. Befürwortet wird hingegen eine maßvolle Anpassung des Buschwerks an den Wegen links und rechts der P&R-Flächen in den Park hinein. Hierbei geht es jedoch nicht um eine Verringerung der Büsche und Gehölze, sondern nur um einen besseren Lichteinfall auf die Wege. 

Begründung: Im Gutachten wird behauptet, dass die P&R-Fläche nicht ausreichend angenommen wird. Das ist falsch! Richtig ist genau das Gegenteil. Außerdem sollten die möglichen Veränderungen der Parkplatzsituation am Ochsenzoll abgewartet und ggf. berücksichtigt werden.  

5. Sonstiges: 

Antrag 5a)

Es wird gebeten, zu überprüfen, ob eine Möglichkeit bestehen könnte, die Eintrittskarte für das Sommerbad mit einem HVV-Ticket zu kombinieren (Kombi-Ticket). 

Begründung: Die Verbindung der Eintrittskarte mit einem HVV-Fahrschein könnte sowohl neue Badegäste "anlocken" als auch die Bereitschaft fördern, grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Naturbad zu gelangen. 

Antrag 5b)

Der Ortsausschuss bemängelt die Fehlerhaftigkeit des Gutachtens in vielen Bereichen und bedauert für diese Arbeit die Vergabe von öffentlichen Mitteln im erfolgten Umfang. Es wird gebeten, zu überprüfen, ob die offenkundige Mangelhaftigkeit des Gutachtens, angemessene Folgen für das beauftragte Unternehmen als auch für die aufsichtführende Behörde haben könnte. 

Begründung: Im Gutachten finden sich zahlreiche Fehler und Unrichtigkeiten, die teilweise falsche Zielergebnisse zur Folge haben. Auch die behauptete umfangreiche Einbindung der örtlichen Bevölkerung kann nicht - mit Ausnahme von wenigen Institutionen, und auch hier nur unzureichend - bestätigt werden. Es muss hingegen unterstellt werden, dass eine gewisse Nachlässigkeit und mangelnde Sorgfalt bei der Erstellung des Gutachtens eine Rolle spielten. Insofern muss nicht nur das beauftragte Unternehmen, sondern auch die aufsichtführende Behörde kritisiert werden.

 

 

Herwart Wiederhold                                                      Clemens Nieting

Fraktionsvorsitzender                                                   Holger Jepsen