A N T R A G

 Hamburg, den 17.12.2002 

Betr.: Gedenken der Bombenopfer des Jahres 1943, anlässlich des 60. Jahrestages, durch die Bezirksversammlung Hamburg-Nord 

Als Folge des 2. Weltkrieges erlitt unsere Stadt Hamburg vom 24. Juli bis zum 3. August 1943 wohl die größte Katastrophe ihrer Geschichte. 

Bei vier großen Nachtangriffen der britischen Bomberverbände und zwei Tagesangriffen der U.S. Air Force warfen etwa 3000 Flugzeuge mehr als 9000 Tonnen Bomben auf die Stadt, genauer auf einen relativ kleinen Teil des Stadtgebiets, fast zu gleichen Teilen Brand- und Sprengbomben. 35000 Hamburger Menschen verloren ihr Leben, die meisten von ihnen im Feuersturm des zweiten Nachtangriffs am 28. Juli 1943. 37000 Verletzte wurden registriert, die Schätzungen über die tatsächliche Zahl lagen wesentlich  höher. Ganze Stadtteile (u.a. Barmbek mit dem Hochbunker neben Karstadt) bestanden nach den Angriffen nur noch aus riesigen ausgeglühten Trümmerflächen, denen man kaum noch ansah, dass in ihnen einmal Menschen gewohnt hatten. Nach Abschluss der Bergungsarbeiten wurden die Zugänge zu den Trümmerfeldern vermauert, um weitere Opfer durch einstürzende Ruinen zu verhindern. 61 Prozent des Wohnraums der Stadt waren zerstört, fast eine Million Menschen waren obdachlos, Hunderttausende verließen die Stadt, von Panik und Angst getrieben, auf der Flucht vor Bomben und Feuer. 

Nach 60 Jahren sollten wir der Menschen gedenken, die Opfer dieses grauenvollen Krieges wurden. 

Die CDU-Fraktion beantragt, die Bezirksversammlung möge beschließen: 

Das Präsidium der Bezirksversammlung erarbeitet unter Hinzunahme jeweils eines Vertreters jeder der in der Bezirksversammlung vertretenen Fraktionen ein Konzept bis spätestens Ende März 2003 zum Gedenken der Bombenopfer im Bereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord. U.a. könnte eine Kranzniederlegung mit Gedenken an der Gedenkstätte an der Mundsburg stattfinden. 

Kai Voet van Vormizeele                        Ulrich Grunwald
Fraktionsvorsitzender                             Ranno Kauffholtz