ANFRAGE

 Hamburg, den 26.03.2003 

Behindertengerechter, aber auch behindertenfreundlicher HVV? 

Bemühungen öffentliche Gebäude aber auch den öffentlichen Personenverkehr behindertengerecht zu gestalten gehören seit Jahrzehnten zu den Aufgaben einer lebenswerten Gestaltung. 

Auch in Hamburg ist erheblicher Aufwand zu erkennen, manche Maßnahmen lassen sich jedoch vor dem Hintergrund finanzieller Möglichkeiten nicht zeitnah realisieren (wie z.B. der behindertengerechte Ausbau von Schnellbahnstationen). 

Leider müssen Rollstuhlfahrer immer wieder mit unangenehmen Überraschungen rechnen, wie z.B.  

- gesperrte Fahrstühle über einen längeren Zeitraum (z.B. U-Bahnhof Lattenkamp vor ein paar Wochen)

- gestresste Busfahrer (die mitunter aufgrund von Verspätungen unfreundlich reagieren wenn sie einen Rollstuhlfahrer transportieren müssen, weil die „Ein- und Ausladezeit“ zusätzlich zur Verspätung beiträgt. 

Konkret ist folgendes Beispiel:
Ein junger Schnellbusfahrer der Linie 34 (19.3.03, pünktlich 13:57h ab Eppendorfer Markt Richtung Lufthansa-Werft, HH-MB 1859 Wagen Nr. 2245) lehnte eine Hilfe ab und forderte die weibliche Begleitung eines Rollstuhlfahrers auf, die manuelle Rampe selbst auszuklappen. Gleiches am Fahrziel.   
 

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtleiter:

  1. Welche Anstrengungen unternimmt der HVV bzw. die HHA in Bezug auf Investitionen und Serviceleistungen im Bereich der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs für Behinderte, insbesondere Rollstuhlfahrer?
  2. Wird das Personal besonders in Bezug auf den Personenkreis „Menschen mit Behinderungen“ geschult?

Wenn ja wie, wenn nein, warum nicht?

  1. Welche Anstrengungen werden unternommen, um defekte Anlagen für einen behindertengerechten Transport umgehend wieder herzurichten (wie z.B. Fahrstühle, Rampen u.ä.)?
  2. Ist es z.B. die Aufgabe von Begleitpersonen, Hilfsmittel der Fahrzeuge (wie im Beispiel oben die manuelle Rampe) zu bedienen?

Wenn ja, gibt es hierfür Anleitungen / Hinweise an den Verkehrsmitteln?
Wenn nein, wie wird obiges Beispiel bewertet?

Handelt es sich nach Ansicht der Betriebsleitung um einen Ausnahmefall, und wie wäre die Regelung z.B. eines Personenschaden aufgrund unsachgemäßer Bedienung einer Rampe? 

Ekkehart Wersich
Fraktionsvorsitzender
Kerngebietsausschuss