27.03.2006

PRÜFANTRAG

Betr.: Pilotprojekt „Gelbe Trägertafeln vor Schulen“

Im Einzugsgebiet von Schulen, die an stark befahrenen Verkehrsstraßen gelegen sind, besteht grundsätzlich eine erhöhte Unfallgefahr. Dies gilt insbesondere im Bereich von Grundschulen oder von Schulen für Menschen mit Behinderung, sodass die Verkehrsteilnehmer dort eine erhöhte Wachsamkeit an den Tag legen müssen.

Die Problematik der Unübersichtlichkeit des so genannten „Schilderwaldes“ in Hamburg und anderen Großstädten wird bereits seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert. Dieser „Schilderwald“ bringt zusätzliche Gefahrenquellen mit sich: Schlechte Erkennbarkeit der Verkehrszeichen vor allem in der Dämmerung, bei Dunkelheit oder bei schlechten Wetterverhältnissen und Unklarheit in der Verkehrsführung. Diese Gefahrenquellen tragen zu einem erhöhten Unfallrisiko bei.

In Großbritannien und Spanien haben sich bereits die so genannten „gelben Trägertafeln“ bewährt, mit denen die Dichte der Verkehrsschilder verringert wird und die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf Tafeln, die mehrere Verkehrszeichen bündeln, oder auf Verkehrszeichen, die auf gelben Tafeln angebracht sind, lenken. Sie stellen nachgewiesenermaßen eine bessere Erkennbarkeit der Gefahrenstellen sicher.

Durch die Erhöhung der Sichtbarkeit und die Anordnung mehrerer Verkehrszeichen auf einer gelben Tafel erkennen die Verkehrsteilnehmer die Verkehrszeichen früher, besser und können dementsprechend reagieren. Das Unfallrisiko wird gesenkt.

Im Raum Barmbek sind vor allem die Schule für Blinde und Sehbehinderte am Borgweg durch ihre Lage in der Nähe des Rings zwei sowie die katholische Sophienschule an der Elsastraße besonders gefährdet, da sie an verkehrsreichen Straßen liegen.

Um die Verkehrssicherheit im Einzugsgebiet der Schulen zu erhöhen, müssen die Verkehrszeichen für alle Verkehrsteilnehmer zu jeder Zeit klar erkennbar sein. Im Rahmen eines Pilotprojektes an den genannten Schulen ließe sich demonstrieren, wie durch einfache Maßnahmen mehr Sicherheit geschaffen und das Unfallrisiko minimiert werden kann.

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,

  1. zu prüfen, ob ein entsprechendes Pilotprojekt mit gelben Trägertafeln an der Schule für Blinde und Sehbehinderte am Borgweg sowie an der katholischen Sophienschule Elsastraße durchgeführt werden kann, um die Verkehrssicherheit für die Schüler beider Schulen zu erhöhen und das Unfallrisiko zu minimieren.
  1. mit der entsprechenden Industrie Kontakt aufzunehmen, um ein solches Pilotprojekt durchzuführen.
  1. der Bezirksversammlung bis zum 30.06.2006 über die Prüfung zu berichten.

 

Dr. Andreas Schott                                                           Petra Raßfeld-Wilske   
Fraktionsvorsitzender 

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