KLEINE ANFRAGE 

 Hamburg, den 14.06.2007

Betr.: Schwanenvater  

Das in den Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Hamburg-Nord fallende Schwanen-wesen (Schwanenvater) beinhaltet die Pflege und das Wohl der hamburgischen Schwäne. 

Anlässlich eines inzwischen aufkommenden Medieninteresses schrieb das Bezirksamt einen Bürger an und forderte ihn auf, zukünftig die Behauptung zu unterlassen, der Schwanenvater halte einen von ihm (dem Bürger) „Swanee“ genannten Schwan in seinem Gehege fest. 

Darüber hinaus beanstandete das Bezirksamt, dass der Fernsehsender HH 1 das Dienstgelände des Schwanenvaters am 31.05.2007 1 ½ Stunden belagert habe.   

Vor diesem Hintergrund frage ich die Bezirksamtsleitung:

  1. Wie viele Schwäne befinden sich derzeit auf dem Gelände des Schwanenvaters oder in sonstiger staatlicher Obhut und aus welchem Grund befinden sie sich dort?
  2. Halten sich dort auch schwarze Schwäne auf? Wenn ja, wie viele?
  3. Wie viele der Schwäne sind Singschwäne und wie viele der Schwäne sind Höckerschwäne ?
  4. Kann sicher ausgeschlossen werden, dass der vom Bürger als „Swanee“ bezeichnete Schwan sich nicht im Gewahrsam des Schwanenvaters befindet? Wenn ja, wie erfolgt die Identifizierung der Schwäne?
  5. In welcher Weise ist der Dienstbetrieb durch die Medienvertreter gestört worden?
  6. Wurde die Verhaltensweise der Medienvertreter gerügt? Wenn ja, wann und von wem gegenüber wem?

Richard Seelmaecker                                  
Bezirksabgeordnete

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Bezirksamt Hamburg-Nord  Den 28.06.07

A N T W O R T

a u f  d i e

KLEINE ANFRAGE 17/2007  

Fragesteller:    BAbg  Seelmaecker Richard (CDU) 

Betr.:  Schwanenvater 

Vorbemerkung: 

Zutreffend stellt der Fragesteller fest, dass es beim Schwanenwesen um die Pflege und das Wohl von Schwänen geht.

Das beinhaltet keineswegs die Marketinginteressen eines einzelnen Gastronomen, der mit hanebüchenen Behauptungen mediale Aufmerksamkeit sucht.

„Langweilig ist, wer ein paar alte Gedanken hat, die ihm alle Tage neu einfallen.“

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Dieses vorausgeschickt beantworte ich die Anfrage wie folgt: 

Zu 1:

Die Anzahl der Schwäne, die sich gegenwärtig im Schwanenquartier befinden, beläuft sich  auf ca. 20 Tiere. Die Tiere befinden sich dort wegen  Verletzungen und Verschmutzungen zur medizinischen Versorgung und späterer Wiederauswilderung. 

Zu 2:

Ja, derzeit sind es acht Tiere. 

Zu 3:

Derzeit befindet sich ein Singschwan im Schwanenquartier, die übrigen sind Höcker- bzw. Trauerschwäne. 

Zu 4:

Ja. Eine Identifizierung der Schwäne ist nur mit langjähriger Erfahrung und fundiertem Fachwissen möglich. Im Übrigen verfügt das Bezirksamt für den Singschwan über einen eindeutigen Herkunftsnachweis. 

Zu 5:

Die Störungen des Dienstbetriebes erfolgten durch die Anrufe von Journalisten, die immer wieder den gleichen unwahren Inhalt hatten. In den letzten Monaten waren es 20 Anrufe! Jeder dieser Anrufe führte zu ausführlichen  und zeitraubenden Diskussionen mit den Medienvertretern, um den Sachverhalt wahrheitsgemäß darzustellen. „Der Hamburger Schwanenvater“ musste sich dabei  gegenüber den Medien gegen Unwahrheiten und üble Nachrede zur Wehr zu setzen. Die in der Anfrage angeführten Filmaufnahmen waren aufdringlich und  unangemessen. Insbesondere das Filmen des Mitarbeiters gegen seinen ausdrücklichen Willen.  

Zu 6:

Ja. Das unangemessene Verhalten des Aufnahmeteams wurde am 31.05.2007 vom Pressesprecher des Bezirksamts Hamburg-Nord gegenüber der verantwortlichen Redakteurin kritisiert. 

Frommann

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