VD 51                                                                                    Hamburg, den 02.06.2008

                                                                                               NA 4286 55487
A 321                  über               
VDL                 VDLS                VD 50               VD 510

                                                                                                         
(im Original gezeichnet)  

Anfrage der Bezirksversammlung Hamburg-Nord bezüglich Radfahren im Graumannsweg - Drucksache 2045/08 vom 21.05.2008  

zur o.g. Anfrage nimmt die Verkehrsdirektion 5 als Zentrale Straßenverkehrsbehörde in Abstimmung mit der Zentraldirektion der Polizei wie folgt Stellung:  
Vorbemerkung

Der Graumannsweg stellt eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen St. Georg und Eilbek dar. In Richtung stadteinwärts ist ein Befahren durch den fließenden Verkehr aufgrund des Z 267 (Verbot der Einfahrt) vom Knoten Graumannsweg / Kuhmühle bis zur Papenhuder Straße nicht möglich. Der Bereich der Einbahnstraße ist mit einem 5,50 m breiten Fahrstreifen ausgestattet. Beidseitig sind ca. 1,50 m breite Gehwege angelegt, welche durch Grünbewuchs und parkende Fahrzeuge teilweise bis auf 1,20 m geschmälert werden. Parkstreifen sind beidseitig vorhanden. Der Fahrbahnbereich unmittelbar vor dem Knoten Graumannsweg / Kuhmühle ist auf einen Geradeausfahrstreifen, einen Rechtsabbiege- und zwei Linksabbiegefahrstreifen aufgeweitet.

   zu 1.)
Momentan gibt es keine Möglichkeit für Fahrradfahrer, den Graumannsweg vom Knoten Kuhmühle aus kommend bis zur Papenhuder Straße zu befahren. Eine Öffnung der Einbahnstraße für den Radgegenverkehr ist gemäß § 41 (2) Ziff. 2 zu Zeichen 220 StVO rechtlich nicht möglich, da die zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h beträgt.  

Gemäß den Planungshinweisen für Stadtstraßen, Teil 9  (PLAST 9) sind die Kriterien für den Einsatz eines Radweges hinsichtlich des großen Parkdrucks und der hohen Parkwechselfrequenz erfüllt. Die Nebenflächen bieten jedoch keinen ausreichenden Querschnitt. Aus diesem Grund ist eine Neuaufteilung der gesamten Flächen unumgänglich. Im betroffenen Bereich befinden sich beidseitig zahlreiche hochgewachsene Bäume. Das derzeit angeordnete Seitenstreifenparken würde in Richtung Kuhmühle entfallen, was den Verlust diverser Parkplätze bei gleich bleibendem Parkbedarf zur Folge hätte. Die alternative Anordnung eines Gehwegparkens zwischen den Bäumen ist aufgrund der zu schmalen Flächen nicht möglich. Im Übrigen würde diese Lösung zu gefährlichen Situationen zwischen Radfahrern und Kraftfahrzeugführern führen, da einerseits zum Erreichen der Parkplätze der Radweg gekreuzt werden müsste und andererseits Konflikte durch unsachgemäßes Öffnen von Fahrzeugtüren entstehen würden.    

zu 2.)
Der Polizei lagen bisher keine Planungen über die Einrichtung eines eigenständigen Radweges vor.
 

zu 3.)
Hinsichtlich der ausreichenden Fahrbahnbreite ist die Führung des Radverkehrs auf einem Radfahrstreifen als kostengünstige Alternative in Betracht gezogen worden. Mit der derzeitigen Beeinträchtigung durch den ruhenden Verkehr wäre das jedoch nicht zu vereinbaren. Zudem müsste im Bereich des Knotens Kuhmühle / Graumannsweg ein Rechtsabbiegefahrstreifen wegfallen.

Ein baulich von der Fahrbahn abgetrennter Radweg bleibt somit die einzige Möglichkeit, um die bestehende Situation für den Radverkehr zu verbessern.  

zu 4.)
Kostenkalkulationen können von der Polizei nicht durchgeführt werden.  

Fazit
Ein Handlungsbedarf aus Sicherheitsgründen besteht nicht, die Unfallsituation gestaltet sich seit Jahren absolut unauffällig - analysiert wurde der Zeitraum von 2002 bis 2008. Der Polizei sind darüber hinaus auch keine Konflikte und Beschwerden bekannt. Im Hinblick auf die Förderung des Radverkehrs kann eine Verbesserung der derzeitigen Situation für Radfahrer nur durch eine bauliche Umgestaltung erfolgen.
 

Knaak
(ohne Unterschrift gültig, da per E-Mail versandt)

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