Auskunftsersuchen gemäß § 27 Bezirksverwaltungsgesetz

hier: Anfrage Bezirksversammlung Hamburg-Nord „Rattenbekämpfung im Bezirk Hamburg-Nord“

 

Zuschrift der Finanzbehörde vom 21. Oktober 2008  

Die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) beantwortet die o.a. Anfrage wie folgt:

Zu 1.:

Das Vorkommen von Ratten hat sich in den letzten Jahren in Hamburg erhöht. Ursache sind vor allem milde und warme Winter. Hinzu kommt ein umfangreiches  Nahrungsangebot, welches speziell im Sommer vor allem auch durch Grill- und Picknickreste in öffentlichen Parkanlagen für besonders gut genährte Tiere sorgt. Folge des warmen Klimas und des guten Ernährungszustands ist eine erhöhte Nachkommenzahl bei gleichzeitig sinkender Mortalität in den Populationen. Die Anzahl der im Institut für Hygiene und Umwelt (HU) eingegangenen Rattenmeldungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:  

Tabelle 1: Anzahl der Rattenmeldungen im Bezirk Hamburg-Nord seitens der Bevölkerung, die 2004 bis 2008 im HU eingegangen sind  

 

2004

2005

2006

2007

2008 (bis Oktober)

Bezirk Nord

367

427

414

725

456

Hamburg gesamt

1851

1980

2357

2916

2776

Zu 2.:

Über das Bezirksamt HH-Nord sind kaum Meldungen an das HU gegangen. Die Gärtner des Stadtparks melden direkt an das HU bzw. an den zuständigen Schädlingsbekämpfer. Im Übrigen siehe Antwort zu 1.  

Zu 3.:

Durchschnittlich 2 bis 4 Tage nach Eingang der Meldungen im HU ist der Schädlingsbekämpfer vor Ort, prüft den Befall und leitet ggf. eine Bekämpfung ein. Der Erfolg einer Bekämpfung wird regelmäßig nach 2 bis 3 Wochen überprüft.  

Zu 4.:

Der Befall betrifft grundsätzlich den gesamten Bezirk Hamburg-Nord, in Abhängigkeit von der Bebauung, vorhandenen Grünflachen und Wasserläufen.  

Zu 5.:

Erhöhter Rattenbefall findet sich besonders an folgenden Orten:  

Stadtpark:                   Jahnring, Saarlandstraße, Ohlstorfer Straße, Wiesendamm,

                                  Rübenkamp

            Eppendorfer Park:        Breitenfelder Straße

            Haynspark:                 Eppendorfer Landstraße und

            Tarpenbek-Kollau-Wanderweg.  

Zu 6.:

Im Bezirk Hamburg-Nord sind die Meldezahlen im Vergleich zum Jahr 2007 und dem übrigen Stadtgebiet leicht rückläufig. Dieses führt das HU auf intensivere Bekämpfungsmaßnahmen vor allem auch im Stadtpark zurück. Im Übrigen siehe Antworten zu 1, 5, 7 und 8.  

Zu 7.:

Der für den Bezirk Hamburg-Nord zuständige Schädlingsbekämpfer kontrolliert die kritischen Regionen im Vergleich zu anderen Gebieten häufiger.  

Zu 8.:

Es gab in 2008 im Bezirk Hamburg-Nord durch das HU bis zum 05. November 2008 30 Einsätze im Stadtpark und 18 Einsätze an der Außenalster.  

Zu 9.:

In Hamburg ist auf privatem Grund der Eigentümer für die Rattenbekämpfung zuständig, die Bekämpfung auf öffentlichem Grund wird von Schädlingsbekämpfern des HU durchgeführt. Das Institut koordiniert bei Bedarf auch private und öffentliche Bekämpfungsmaßnahmen. In der Regel betreut ein Schädlingsbekämpfer jeweils einen Bezirk. Bereits zum Beginn eines Jahres werden an besonders häufig befallenen Orten proaktive Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, um die Populationen klein zu halten.  

Das HU hat bereits auf das vermehrte Aufkommen von Ratten in Hamburg reagiert und 2007 ein digitales Ratten-Monitoring entwickelt und eingeführt. Seit dem werden Rattenmeldungen in einer Datenbank erfasst, die über eine Schnittstelle auch mit Geodaten verknüpft werden können und eine räumliche Ansicht und somit eine verbesserte Darstellung und Analyse der Rattenvorkommen erlaubt. Weiterhin führt das HU seit 2007 auch Anlass bezogene Untersuchungen auf mögliche Resistenzen der Ratten gegenüber Inhaltsstoffen der Rattenbekämpfungsmittel durch. Außerdem arbeitet das HU intensiv mit der Hamburger Stadtentwässerung zusammen, um über- und unterirdische Bekämpfungsmaßnahmen zu koordinieren.    

Fangmeyer