ANTRAG

Hamburg, den 16.06.2008

Betr.: Richtlinien für die Förderung von Stadtteilkulturprojekten 

Für die Förderung von Projekten der Stadtteilkultur stehen im Bezirk Hamburg-Nord jährlich 45.000 EUR zur Verfügung. Aufgrund der immer stärkeren Nachfrage nach Projektförderung kommt es vermehrt dazu, dass Stadtteilkulturprojekte, die für die zweite Jahreshälfte geplant sind, teilweise nicht mehr gefördert werden können.

Unter Einbeziehung der Vorschläge der Stadtteilkulturzentren in Hamburg-Nord und der Bezirksverwaltung zur Förderung von Stadteilkulturprojekten möge der Ausschuss für Sozialraummanagement beschließen:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, folgende Kategorien und Kriterien bei der Förderung von Stadtteilkulturprojekten zugrunde zu legen:

Kategorie 1:

Dies sind Projekte von Antragstellern, die durch das Bezirksamt auch institutionell unterstützt werden. Dies können Stadtteilkulturzentren und Geschichtswerkstätten sein, aber auch Einrichtungen der Jugendarbeit, der aktiven Stadtteilentwicklung usw. Diese Institutionen benötigen finanzielle Unterstützung durch Projektmittel der Stadtteilkultur, um Kulturangebote unterbreiten zu können, die nicht Teil ihrer vereinbarten Arbeit sind.

Kategorie 2:

Hierzu zählen wiederkehrende Projekte, die das Kulturleben in einem Stadtteil prägen und sich zu einer festen Größe im Jahresverlauf herausgebildet haben. Zu der Kategorie zählen Straßenfeste sowie wiederkehrende Theater- und Musikangebote, die nicht durch Institutionen der Kategorie 1 beantragt werden. In diese Kategorie fallen z. B. auch Projekte im Rahmen der „Woche des Gedenkens“.  

Kategorie 3:

Darunter fallen einmalige bzw. besonders innovative, erstmalig stattfindende Projekte, die zu einer Weiterentwicklung des stadtteilkulturellen Angebots im Bezirk beitragen. Eine Verstetigung in den Folgejahren kann möglich sein.

Förderkriterien:

  1. Grundsätzlich sollten innerhalb eines Kalenderjahres möglichst viele verschiedene Antragsteller in den Genuss von Fördermitteln kommen. Sofern ein Antragsteller bereits eine finanzielle Förderung für ein Stadtteilkulturprojekt erhalten hat, sollten weitere Projektanträge desselben Antragstellers für das gleiche Jahr einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Mehrfachförderungen eines Antragsstellers innerhalb eines Jahres sollen nur bei besonders innovativen Projektanträgen möglich sein.
  1. Voraussetzung für die Bewilligung finanzieller Mittel für Stadtteilkulturprojekte sollte das erkennbare Eigenengagement des Antragstellers sein. Die Einbringung einer angemessenen finanziellen, personellen oder organisatorischen Eigenleistung sollte Voraussetzung für die Bewilligung sein. Dazu zählt auch das nachweisliche Engagement, sich um Spender oder Sponsoren zur Unterstützung des Projekts bemüht zu haben. Ein verantwortungsvoller Mitteleinsatz wird vorausgesetzt.
  1. Der Ausschuss für Sozialraummanagement entscheidet immer in seiner ersten Sitzung nach Quartalsbeginn über die eingegangenen Förderanträge. Damit zu diesem Zeitpunkt über einen Förderantrag entschieden werden kann, muss dieser beim Bezirksamt Hamburg-Nord einen Monat vor Quartalsende (Stichtage: 28.02./31.05./31.08./30.11.) eingereicht werden. Um auch zum Ende des Jahres noch ausreichend Fördermittel zur Verfügung zu haben, sollen höchstens zwei Drittel der Gesamtfördermittel für das jeweilige Jahr bis zur Sommerpause vom Ausschuss zur Bewilligung beschlossen werden. Dabei ist nicht der Starttermin des Förderprojekts, sondern der Zeitpunkt der Bewilligung der Fördermittel durch den Ausschuss relevant.

Dieser Richtlinienkatalog sollte ein Jahr nach seiner Einführung auf Praktikabilität überprüft werden.

 

Rando Aust                                                               Michael Werner-Boelz
für die CDU                                                               für die GAL

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