ANTRAG

Hamburg, den 24.08.2009 

Betr.: Initiierung eines BID am Langenhorner Markt und an der südlichen Tangstedter Landstraße

 

Im Auftrag des Bezirksamts Hamburg-Nord hat das Unternehmen konsalt GmbH in Kooperation mit dem Büro Düsterhöft ein kooperatives städtebauliches, freiraum- und verkehrsplanerisches Gutachten und Beteiligungsverfahren für die Umgestaltung der zentralen Flächen des Langenhorner Marktes und an der südlichen Tangstedter Landstraße durchgeführt. Dabei wurde eine Vielzahl von Ursachen für die gegenwärtige unbefriedigende Situation am Langenhorner Markt identifiziert.  

Eine Ursache ist darin begründet, dass die örtlichen Akteure eine gemeinsame Identität vermissen lassen. So verfolgen die Einzelhändler und Dienstleister im Krohnstieg-Center und am Langenhorner Markt weitgehend getrennte Kommunikations- und Marketingauftritte. Die Einzelhändler und Dienstleister an der südlichen Tangstedter Landstraße treten in der Regel sogar unabhängig voneinander auf.  

Damit der Langenhorner Markt und die südliche Tangstedter Landstraße mit der städtebaulichen Umgestaltung als einheitliches und in sich geschlossenes Zentrum Langenhorns wahrgenommen werden, müssen die lokalen Akteure eine gemeinsame Identität und die Einzelhändler und Dienstleister eine gemeinsame Dachmarke mit einheitlichem Werbeauftritt entwickeln.  

Seitens des Bezirksamts ist die Schaffung eines Quartiersmanagers für den Standort Langenhorner Markt geplant. Dies ist ein erster geeigneter Schritt, der aber aufgrund der oben geschilderten Situation nicht weitgehend genug ist. Erst wenn die Einsicht und Notwendigkeit zur Kooperation bei den lokalen Akteuren vorhanden ist, wird ein Quartiersmanagement in seiner Arbeit die notwendige Akzeptanz und Unterstützung finden und erfolgreich sein.  

Eine für alle Beteiligten und der Situation angemessene und verbindlichere Form des gemeinsamen Agierens wäre ein Business-Improvement-District (BID) als lokaler Zusammenschluss von Grundeigentümern und Einzelhändlern zur städtebaulichen und verkehrstechnischen Aufwertung eines definierten Quartiers.  

Ein derartiger Zusammenschluss bedeutet für alle Beteiligten eine verbindliche Teilnahme an gemeinsamen Maßnahmen, fördert den Dialog und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den BID-Mitgliedern und trägt so zur Bildung einer gemeinsamen Identität bei.  

Daher bitten wir die Bezirksversammlung:  

Der Bezirksamtsleiter möge den Wirtschaftsbeauftragten der Bezirksverwaltung beauftragen, mit den relevanten lokalen Akteuren am Langenhorner Markt und an der südlichen Tangstedter Landstraße in den Dialog zu treten und mit Unterstützung des BID-Beauftragten der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und Vertretern der Handelskammer Hamburg die örtlichen Akteure bei der  Bildung eines Lenkungsausschusses für ein BID zu unterstützen. Sobald am Standort, wie vom Bezirksamt geplant, ein Quartiersmanager seine Arbeit aufnimmt, sollte er Mitglied des zu bildenden Lenkungsausschusses werden und die Aktivitäten vor Ort koordinieren und die Interessen zusammenführen, um das BID auf den Weg zu bringen.  

Eine BID-Initiative und das spätere BID können  den Kommunikations- und Kooperationsprozess unter den lokalen Akteuren in Gang setzen und somit die Voraussetzung für die Bildung einer gemeinsamen Identität schaffen. Diese muss ausgeprägt sein, bevor die Umgestaltung des Langenhorner Marktes beginnt. Daher ist der Unterstützung der BID-Initiative durch die Verwaltung Priorität einzuräumen.  

Zu diskutieren wäre, ob  die lokalen Akteure sich über ihren BID-Haushalt mit einem finanziellen Beitrag an der Umgestaltung beteiligen, da sie maßgeblich von der Attraktivität des Einzelhandelszentrums profitieren werden.  

Dr. Andreas Schott                                                   Rando Aust
Fraktionsvorsitzender                                                Daniela Aust
  
                                                                            Michael Ladi